Unister Reiseportale starten neu in der Invia-Gruppe

Die Beteiligungsgesellschaft Rockaway Capital aus Prag rechnet Ende März mit dem Vollzug der Übernahme der Unister-Reiseportale. Dann werden sie Teil der Invia-Gruppe, sagte Rockaway-Partner Jaroslaw Czernek der fvw. Der Name Unister wird im Reisebereich verschwinden.

03.03.2017, 09:18 Uhr

Rockaway Capital hatte kurz vor Weihnachten die Übernahme der Reiseportale der insolventen Unister Travel angekündigt. Dies geschieht im Rahmen eines Asset-Deals, bei dem keine Schulden und juristischen Verpflichtungen mit übernommen werden. Das Closing des Kaufs soll Ende März vollzogen werden, sagte Czernek in einem Exklusivinterview mit dem Touristik-Fachmagazin fvw: „Damit wird der Kauf rechtlich offiziell und wir sind der neue Eigentümer. Ab-in-den-Urlaub, Fluege.de und die weiteren Einheiten werden damit Teil der Invia-Gruppe.“ Die Marken der Reise-Websites bleiben bestehen.

Invia ist der Name des tschechischen Reiseunternehmens, das Rockaway 2015 übernommen hatte. Nach Angaben von Czernek ist Invia die Nummer eins im Online-Reisevertrieb in Tschechien, Polen, der Slowakei und Ungarn und steht mit der Tochter Travelplanet gleichauf mit einem Mitbewerber an der Spitze in Polen. „Mit der Gruppe wollen wir Synergien erzielen und gute Erfahrungen aus anderen Ländern übertragen.“ So könne man etwa in der Technik schnellere Fortschritte erzielen.

Unister Travel war bis 2015 mit einem vermittelten Umsatz von rund 1,9 Mrd. Euro Marktführer unter den deutschen Online-Reisebüros. Im Zuge der Insolvenzanmeldung im Juli 2016 brach der Umsatz ein. „Unser kurzfristiges Ziel, das Geschäft weiter zu stabilisieren, haben wir bereits erreicht: Die wichtigen Buchungsmonate Januar und Februar sind deutlich besser gelaufen als wir erwartet haben“, sagt Czernek. Ziel sei, in Deutschland wieder größter Online-Reiseanbieter zu werden, wobei er Marktführerschaft auch auf Kundenservice, Innovationsgeschwindigkeit und Technik beziehe. "Wir sehen an dem organischen Traffic, dass die Marken stark geblieben sind“, so der Jurist, der nun das Marketing wieder ausbauen will.

Rockaway hat in Osteuropa in mehrere Online-Bereiche investiert, zuletzt vor allem in Shopping- und Preisvergleichsportale sowie Finanzdienstleistungen. Weitere Akquisitionen in Deutschland hält Czernek für wahrscheinlich: „Der Kauf in Leipzig ist unser erster, aber hoffentlich nicht unser letzter Schritt auf dem deutschen Markt. Wir wollen uns hier in Deutschland langfristig engagieren.“ Im Reisegeschäft schaue man sich auch andere europäische Märkte an. Für den Kauf der Unister-Portale zahlte Rockaway nach fvw-Informationen 75 bis 80 Mio. Euro. Finanziert wurde der Kauf zusammen mit dem chinesischen Unternehmen CEFC.

Das komplette Interview lesen Sie in der fvw-Ausgabe, die heute als E-Paper iPad-Ausgabe und am 3. März als Magazin erscheint.

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